Archiv für die Kategorie: “Retrolike”

So, nach längerer Zeit mal wieder ein kleiner Blogpost. Ich bin auf zwei sehr interessante Indie-RPG-Projekte gestoßen, die definitiv einen Blick wert sind. Klassische RPGs im 8- bzw. 16-bit Stil sind zwar noch nicht komplett ausgestorben, aber viele kommen nicht mehr auf den Markt. Publisher, wie Atlus, gehören zu den wenigen Spieledistritbutoren, die Titel dieser Kategorie und in Zeiten der Next-Gen-Platformen veröffentlichen. Mit Radiant Historia ist ihnen in diesem Jahr ein wahres Meisterwerk gelungen. Aber dazu werde ich demnächst mehr schreiben. Ein großes Manko ist die bisher die nicht erfolgte Veröffentlichung in Europa, weshalb man das Spiel aus den USA importieren muss, um in den Genuss dieses grandiosen RPGs zu kommen. Nun gibt es jedoch kleine Publisher und engagierte Fans in der Indie-Szene, die mit viel Enthusiasmus eigene kleine, aber feine Kreationen schaffen. Zwei von denen sind mir besonders positiv aufgefallen.

Indie-RPG 1: To the Moon

Die Indie-Spieleschmiede Freebird Games hat bereits einige nette RPGs entwickelt und haben nun einen weiteren Titel fertiggestellt. Es handelt sich dabei um “To the Moon“. Der Spieler wird in die Rolle von zwei Ärzten versetzt, die einem sterbenden, alten Mann innerhalb seiner Erinnerungen begleiten um seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Spielerisch kann man bei To the Moon eigentlich nicht von einem klassischen RPG sprechen, da es sich eher um eine interaktive Kurzgeschichte mit RPG-Elementen handelt. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber durch die extreme Tiefe der Story, auch für Hardcore-Zocker einen Download wert. Bemerkenswert ist hier vor allem der wundervolle Grafikstil und der wirklich wunderschöne Soundtrack. Diese Kombination in Verbindung mit der tiefgründigen Handlung sorgt für eine einmalige Atmosphäre.
Die PC-Vollversion kann man bereits für 10,97 € kaufen und runterladen, bei einer Spieldauer von rund 4,5 Stunden, ein durchaus fairer Preis. Wer es vorher testen möchte, kann eine 1-Std.-Testversion runterladen. 4players hat die Vollversion ausführlich getestet. Und zu guter letzt: Hier ein kleiner Trailer für den ersten Einblick.

Indie-RPG 2: Americana Dawn

Im Gegensatz zu To the Moon ist Americana Dawn ein Privatprojekt. Ursprünglich startete die Entwicklung als eine Art Programmierexperiment, entwickelte sich dann aber relativ schnell zu einer ernstzunehmenden Produktion. Via Crowdfunding wurde das Projekt finanziert. Americana Dawn spielt zu Zeiten der amerikanischen Unabhängigkeit, wobei gewisse Si-Fi-Elemente eine große Rolle spielen sollen. Den ersten Videos zu folge ist hier auch ein gelungener Mix aus klassischer 16-bit-Optik und einem wunderbaren Soundtrack zu erkennen. Bei Americana Dawn handelt sich dann auch um “richtiges” RPG im Japano-Look mit, allem was dazu gehört, z.B. rundenbasierte Kämpfe. Leider befindet sich diese potentielle RPG-Perle noch in der Entwicklung. Wobei man im Blog die einzelnen Meilensteine verfolgen kann. Dazu zählen die Gestaltung des Artworks, über die Perfektionierung der Ingame-Grafik bis hin zur Erstellung der Dialoge. Americana Dawn erscheint exklusiv für den PC. Die Demo ist für den 20. Februar 2012 geplant, die Vollversion für den 4. Juli 2012 (US-Unabhängigkeitstag). Das ganze soll dann kostenlos sein. Zur Einstimmung hier das Intro-Video.

Comments Kein Kommentar »

Eigentlich behandelte dieses Blog bislang nur Retro Spiele aus älteren Tagen, aber dies möchte ich nun ändern. Spielehersteller, ganz egal ob kommerzielle oder Indies haben nicht erst seit gestern erkannt, dass auch neuere Spiele im Retro-Look durchaus ihre Fans finden können. Dazu gehört aus meiner Sicht zweifellos auch Game Dev Story. Diese nette kleine Wirtschaftssimulation für das iOS ist ein richtiger Süchtigmacher und deshalb definitiv einen Beitrag wert. Ein Spiel mit viel Humor Rund um das Thema Spieleentwicklung.

Game Dev Story: Faktencheck

Wie bereits erwähnt ist Game Dev Story für das iOS erschienen. Man kann es sich via iTunes für das iPhone, das iPad oder den iPod Touch runterladen. Voraussetzung ist die iOS-Version 3.1 oder höher. Hersteller ist die japanische Spieleschmiede Kairosoft. Der Preis liegt bei vergleichsweise geringen 2,99 €.

Game Dev Story: Der Einstieg

Nach dem man Game Dev Story aus dem iTunes-Store runtergeladen und installiert hat, kann es auch gleich losgehen. Besonders viele Einstellungen gibt es nicht, die man vor dem Start eines Spiels konfigurieren muss. Einzig das Auswählen des sichtbaren Steuerpads steht, je nach Geschmack an. Schon kann es losgehen und man kann seine eigene Softwareschmiede gründen.

Game Dev Story – Grafik, Sound und Steuerung

Kommen wir doch gleich zur ersten wirklichen Stärke des Spiels. Diese putzige Grafik im 8-bit Stil hat sofort bei mir gezündet. Der zur Verfügung stehende Raum zieht einen Wirtschaftsimulations-Fan der alten Schule sofort in seinen Bann und lässt einen auch nicht so schnell wieder los. Das Büro das die gerade gegründete Firma beherbergt ist nicht besonders groß, dennoch hat es Charme und bietet einige nette animierte Details. Der Soundtrack kann zwar nach einer gewissen Zeit etwas monoton wirken, mir hat jedoch sehr gefallen. Auch die netten Soundeffekte möchte ich an dem Spiel nicht missen. Die Steuerung ist sehr simpel gehalten, besonders Dank dem Fokus auf Intuition.

Game Dev Story: Umfang

Eine weitere, wenn nicht sogar die wichtigste Stärke des Spiels ist das Spielprinzip. Simpel zu erlernen, aber nicht unbedingt leicht zu meistern. Im Prinzip baut man am Anfang seine kleine Spieleschmiede auf und produziert erste kleinere PC Games mit Hilfe seiner ersten Angestellten, die auch frisch von der Uni kommen. Hierbei muss man genau schauen, wer von seinen Schützlingen welchen Part der Spieleentwicklung übernimmt. Auch sollten keine zu ausgefallenen Genrekombinationen entwickelt werden. Ein Golfshooter hat nämlich nur wenig Potential ein echter Blockbuster zu werden. Sollte man im übrigen keinen passenden Mitarbeiter zur Hand haben, kann man Freelancer, natürlich gegen Bares für bestimmte Projektteile nutzen. Zwischendurch muss natürlich auch immer wieder ein Blick aufs Budget geworfen werden, denn Extras, die ein Spiel optimieren oder Marketingmaßnahmen, um die Spielerschar zu erweitern kosten genauso, wie die Spieleproduktion an sich (Gehälter!). Hat man nun ein Spiel fertiggestellt und alle Bugs ausgemistet, kann nun auch Geld verdient werden. Selbsterklärend sollte das Spiel den kritischen Ansprüchen der Spielemagazinen entsprechen. Dieses investiert man in neue Konsolenlizenzen, Mitarbeiter oder noch bessere Extras. Mitarbeiter können nach einem Pnktesystem sukzessive aufgelevelt werden. Nebenher kann auch etwas Geld mit Spezialaufträgen, wie z.B. der Erstellung eines Minigames oder der Komposition einer Filmmusik zusätzliches Kapital in die Kasse gespühlt werden. Das große Ziel ist es dann schließlich am Ende des Jahres möglichst viele Awards für die eigenen Spiele zu gewinnen.
Kleiner Wermutstropfen: Es kann immer nur ein Spiel bzw. ein Spezialauftrag ausgeführt werden, was den Spielspaß ein klein wenig künstlich in die Länge zieht.

Game Dev Story: Fazit

Hier kann ich eine absolute Download-Empfehlung für all diejenigen aussprechen, die große Fans von Wirtschaftsimulationen sind, welche de facto kein Ende haben. Neben dem simplen, aber mitreißenden Spielprinzip bietet das Spiel auch einen subtilen, aber stimmigen Insiderhumor, der speziell Retrospielern der ersten Stunden sehr gefallen wird.

Game Dev Story: Screenshots

Game Dev Story: Download

Game Dev Story downloaden bei iTunes

UPDATE:

Vielen Dank für den Hinweis bzgl. des iPads. Man muss bedenken, dass die Auflösung des Spiels für das iPhone ausgelegt ist, weshalb es auf dem iPad nicht perfekt aussieht, jedoch natürlich funktioniert.

Comments 2 Kommentare »